heilkräuterkunde nach der TCM

Chinesische Ärzte halten ihre Erfahrungen mit Heilpflanzen und Heilkräutern bereits seit vielen Jahrtausenden fest. Manche Rezepturen sind 2000 bis 3000 Jahre alt. Es besteht also ein großer Erfahrungsschatz in diesem Bereich.

 

Die Heilpflanzen und Heilkräuter dienen dazu, das gestörte Kräftegleichgewicht im Körper wiederherzustellen, damit der Selbstheilungsprozess einsetzen kann.

 

Nach welchen Kriterien wird eine Rezeptur erstellt?

Während in der westlichen Medizin hauptsächlich auf die genaue chemische Zusammensetzung einer Heilpflanze geachtet wird, achten TCM-Therapeuten bei jeder Arznei vorwiegend auf:

  • das Temperaturverhalten - kühle Pflanzen werden beispielsweise bei leichtem Fieber oder Sommerhitze eingesetzt, heiße Pflanzen wirken gegen Kälte und Schüttelfrost.
  • die Geschmacksrichtung - scharf beispielsweise leitet nach oben und außen, bewegt und löst Stagnationen.
  • die Wirktendenz - der thermisch warme, scharfe frische Ingwer beispielsweise wirkt schweißtreibend und verteilt das Lungen-Qi. Er wirkt im Vergleich zum getrockneten Ingwer mehr an der Körperoberfläche und ist ein gutes Mittel beim Beginn von Erkältungen.

 

Wie setzt sich solch eine Rezeptur zusammen?

Die meisten Rezepturen enthalten zumindest drei von vier Hauptbestandteilen:

  • einem Kaiserkraut - besitzt die entscheidende Heilqualität
  • einem Ministerkraut - unterstützen das Kaiserkraut in seiner therapeutischen Wirkung und enthält eventuell noch zusätzliche nützliche Wirkqualitäten
  • einem Helferkraut - neutralisiert unerwünschte Wirkungen einer Rezeptur
  • einem Botenkraut - bestimmt die energetische Wirk-Richtung, bzw. die Körperregion, an der eine Rezeptur ihre Wirkung entfalten soll (z. B. an der Haut, in der Lendenwirbelsäulenregion, im Schläfenbereich, usw.) und harmonisiert die Wirkungen der anderen Kräuter.

 

Auch wenn wir im Westen bezüglich unserer Kräuter über ein nicht so großes Maß an Erfahrung wie die Ärzte Chinas haben, kann man viele westliche Kräuter nach TCM-Kriterien einsetzen.

Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Salbei, Klettenwurzel, Faulbaumrinde, etc. lassen sich therapeutisch einsetzen. Auch die Heilkraft von Kümmel, Fenchel, Anis, etc. , also Kräuter, die wir fast alle im Haushalt haben, kann in den Rezepturen je nach Indikation genutzt werden.

 

Wie wird ein solcher Heiltee zubereitet?

Das Dekokt (chinesischer Name ist Tang für Suppe):

Die harten und schweren Pflanzenbestandteile wie Wurzeln, Rinden, Samen, Zweige werden in einem Topf ohne Deckel zuerst 30 bis 60 Minuten eingeweicht und danach gekocht.

Dekokte haben gegenüber gepressten Tabletten den Vorteil, dass die darin enthaltenen Bestandteile bzw. Wirkstoffe gut im Verdauungstrakt resorbiert werden.

Bitte keinen Aluminiumtopf verwenden. Die besten Töpfe sind aus Ton, Porzellan oder Email.

 

Wie werden die Kräuter gekocht?

 

Zubereitung für ein Dekokt für 2-3 Tage:

  • Kräuter in einer Dosis von 3 Tagen in den Topf geben. Harte Bestandteile 30 - 60 Minuten einweichen. Das Wasser sollte die Kräuter bedecken (ca. 1,5 l)
  • Bei großer Hitze zum Kochen bringen. Dann bei kleiner Hitze (ca. 60 bis 70 Grad) das Dekokt 50 Minuten köcheln lassen.
  • Blüten, Blätter für die letzten 10 Minuten zufügen.
  • Nach dem Kochen den Sud abseihen.
  • Sud (Pflanzen) erneut mit ca. 700 ml. Wasser auffüllen, aufkochen und anschließend wieder ca. 30 Minuten köcheln lassen.
  • Sud wieder abseihen.
  • Beide Abkochungen mischen und in saubere Gläser einfüllen.
  • Im Kühlschrank aufbewahren.
  • 3x täglich - 30 Minuten nach den Mahlzeiten einnehmen.