Was ist Pilates?

Pilates ist ein komplexes System aus Dehn-, Kräftigungs-, Atem- und Lockerungsübungen. Durch die Koordination der Atmung und Bewegung entsteht ein Fluss, wobei die Qualität vor der Quantität steht.

 

Das Hauptaugenmerk der Übungen liegt dabei in der Kräftigung und Aktivierung der tiefliegenden Rumpfmuskulatur, im Pilates auch "Powerhouse" genannt. Diese sorgt für eine gesunde und aufrechte Körperhaltung und schützt die Wirbelsäule.

 

Vor den Bewegungen mit Armen und Beinen wird die Rumpfmuskulatur aktiviert. Die Wirbelsäule wird somit geschützt und gestützt. Die Atmung und die Bewegungen bleiben dabei fließend.

 

Auch die oberflächlich liegenden Muskeln werden stärker und elastischer. Das verbessert die Beweglichkeit, strafft das Bindegewebe und sorgt für definierte Körperformen.

 

Pilates ist ein individuelles Training. Die Methode respektiert die individuelle Anatomie jedes einzelnen, ihre Möglichkeiten und ihre Grenzen.

 

Unabhängig vom Alter und der physischen Kondition kann die Methode von jedem praktiziert werden.

 

 

Die Pilates-Atmung

Joseph Pilates befürwortete die tiefe und volle Atmung, wobei während der Einatmung beide Lungenflügel so weit wie möglich mit Sauerstoff gefüllt und während der Ausatmung weitgehend entleert werden. Auf diese Weise kann sich der Körper von Abfallstoffen, die bei den Stoffwechsel-vorgängen anfallen, optimal entledigen.

Es gibt verschiedene Pilates-Atemtechniken, die eine unterschiedliche Wirkung auf den Organismus haben. Dazu gehören die Bauchatmung, die Rückenatmung, die Atmung aus dem Becken heraus und die Brustkorb-Rippenatmung.

Die tiefe Bauchatmung eignet sich zwar besonders gut für die Entspannung, ist jedoch beim Pilates-Training nicht empfehlenswert, da diese mit der Muskelspannung im Bauch kollidieren würde.

Im Pilates-Training ist die Brustkorb-Rippenatmung die favorisierte Atemtechnik zur Unterstützung der Übungen.

Jede Pilates-Übung hat ihr eigenes Atemmuster, je nachdem welche Muskeln beansprucht werden sollen. Einige Pilates-Übungen werden in erster Linie durchgeführt um die Atmung selbst zu forcieren und auf diese Weise ihre energetische Wirkung zu erfahren. Bei anderen Übungen wird die Atmung eingesetzt, um Bewegungen zu unterstützen oder zu erleichtern. Wieder andere Bewegungen werden durch den Einsatz der seitlichen Brustkorbatmung intensiviert.

 

Das "Powerhouse"

Als „Powerhouse“ bezeichnet Joseph Pilates das Kraft- oder Kontrollzentrum des Körpers, die tiefe Rumpfmuskulatur. Um Verletzungen und Muskelzerrungen zu vermeiden, beginnt im Pilates-Training jede Übung mit der Aktivierung des Powerhouses.
Bevor andere Muskeln angespannt werden, sollten als erstes diese Kernmuskeln wie Gesäß-, Beckenboden-, Bauch- und untere Rückenmuskeln aktiviert werden.
Als Basisübung wird hierfür der Bauchnabel nach innen in Richtung Wirbelsäule gezogen, ohne die Körperhaltung zu verändern. Die Körpermitte wird dadurch angespannt und alle Übungen können von dieser stabilen Basis aus vollzogen werden.