psychologie  der  Tcm

Die TCM kennt eigentlich keine psychosomatische Medizin. Sie geht vielmehr von einem somatopsychischen Modell aus. Die "Psychologie" der TCM ist sehr eng mit dem Konzept der Fünf Elemente verbunden.

 In der TCM sind Emotionen nichts Anderes als das subjektive Empfinden der Bewegung der Lebensenergie, unseres Qi.

 

Emotionen bewirken einerseits bestimmte Qi-Bewegungen, andererseits lösen bestimmte Qi-Bewegungen bestimmte Emotionen aus:

  • Grübeln lässt Qi stagnieren und verbraucht es.
  • Wut lässt Qi aufsteigen.
  • Angst lässt Qi sinken.
  • Trauer hält Qi im Inneren gefangen.
  • Aufregung zerstreut Qi.

 

Therapeutisch kann man sich dies zunutze machen, indem wir gewisse Aspekte mittels Körperübungen vermehrt betonen:

  • Bei Grübeln: Das dritte Auge öffnen.
  • Bei Wut, Ärger, Zorn: Das Erdetor öffnen und tief in der Erde wurzeln.
  • Bei Angst und Depression: Das Himmelstor öffnen und den Kopf nach oben ziehen.
  • Bei Trauer: Das Qi nach außen schicken und den Körper öffnen.
  • Bei Stress, Zeitdruck und Aufregung: Das Qi im Inneren sammeln.

 

Beispiel Angst:

Angst ist den Funktionskreis Wasser, also Nieren und Blase zugeordnet. Angst führt dazu, dass Qi nach unten sinkt. Umgekehrt löst Qi, welches vermehrt nach unten sinkt, das Gefühl der Ängstlichkeit aus. Redewendungen wie "sich vor Angst in die Hosen machen", "das geht mir an die Nieren" verdeutlichen dies.

Eine Therapie von Angst und Schüchternheit wäre somit, das Qi anzuheben und die Nieren zu stärken. Die heilende Emotion wäre die Weisheit. Die Weisheit, die es einem erlaubt, mutig zu handeln.

Nach der Fünf-Elemente-Lehre kontrolliert das Erdelement das Wasserelement. Somit sind auch Geborgenheit, Gemütlichkeit, Zentriertheit Eigenschaften, die zur Behandlung von Angst eingesetzt werden können. Oft verkrampfen sich bei Angst die unteren Rückenmuskeln. Eine Stärkung der Wirbelsäule und des Rückens wäre wichtig, um wieder mehr "Rückendeckung" zu haben.

Die Angst ist die Basis für viele andere  "negative" Emotionen, wie beispielsweise Zorn oder Eifersucht!

 

Beispiel Zorn/Wut:

Diese Emotionen werden in der TCM dem Funktionskreis Holz, also Leber und Gallenblase zugeordnet.

Wut/ Zorn führen zu einem Aufsteigen von Qi. Auch hier kennen wir die Redewendung "Mir kommt die Galle hoch". Auch Frustration als unterschwellige Wut zählt zuj Element Holz und lässt unser Qi stagnieren.

Therapeutisch können wir über den Kontrollzyklus behandeln. Kontrolliert wird das Element Holz vom Element Metall. Ruhige, tiefe Atemzüge können also diese Emotionen wie Wut/Zorn/Frustration besänftigen.

Ein zorniges Kind sollte man also nicht maßregeln, indem man ihm Angst macht. Angst ist dem Wasserelement zugeordnet und würde nach dem Entstehungszyklus die Emotion Wut nur weiter fördern.

Auch hier setzt man besser das Metallelement ein. Ein trauriges Märchen könnte möglicherweise schon ausreichen, um über die Emotion des Metallelementes das Holzelement zu kontrollieren.

 

 

 

 

 

 

 

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